Donnerstag, 2. September 2021

21. Tag (02.09.2021) Roy's Restcamp, Grootfontein



 Heute macht das Restcamp von Roy seinem Namen alle Ehre. Der Tag hier war in die Urlaubsplanung ‚hineingerutscht‘, als durch Änderungen der Flugpläne bei Lufthansa / Eurowings der Flugtag um einen Tag nach hinten geschoben wurde. Also haben wir sozusagen nichts vor. Das Nichts war dann eine morgendliche 11 Kilometer lange Runde über das Farmgelände kreuz und quer durchs Unterholz. Konni konnte hier ein perfektes Fahrtraining über Stock und Stein absolvieren. Es war allerdings schwieriger, den seitlich angreifenden dornigen Ästen auszuweichen, als die Schlaglöcher zu umkurven. Sichtungstechnisch war das Ganze eine Enttäuschung. Das einzig ‚Große‘ waren zwei schnell flüchtende Oryx-Antilopen, sogar die Vögel und Hörnchen machten sich rar.

Den Nachmittag haben wir mit weiterem Streifen durch das Lodgegelände (inkl. Besichtigung der sehr kreativ und abwechslungsreich gebauten Bungalows), am Pool und in der gemütlichen Außen-Sitzecke verbracht und sind dort mit einem Paar, das mit drei kleinen Kindern im Dachzelt unterwegs ist, ins Gespräch gekommen. 

     
 

Das Warten auf einen erneuten abendlichen Besuch der Buschbabys war zum großen Bedauern der Kids nicht von Erfolg gekrönt. Die Äffchen hatten heute keine Lust vorbeizuschauen.

Es gab allerdings Gelbschnabel-Toko-Besuch, Spitzname "flying banana" in Abgrenzung zur "flying chili" mit rotem Schnabel.

  

Das Essen war wieder exzellent, es gab Impala-Stroganoff.


Keine Fahrt, also auch keine Karte, keine Streckenkilometer und keine Fahrzeit.  

Breaking News: Antilopen über Antilopen



Noch einmal ein Beitrag außerhalb der Tagesberichte. Heute geht's um Antilopen. 
Wikipedia hierzu: "Der Begriff wird in der biologischen Taxonomie nicht verwendet. Vielmehr dient er als alltagssprachliche Sammelbezeichnung der vorwiegend wildlebenden Hornträger Afrikas und Asiens  in Abgrenzung zu den traditionell domestizierten Arten der Hornträger. Die verschiedenen Antilopen bilden jedoch keine stammesgeschichtliche und damit auch keine systematische Einheit. Sie stellen die Mehrheit der über 100 Arten der Hornträger.
Dieser Ansatz kommt uns sehr entgegen, denn auf der eine Seite können wir die Gruppen Pferd, Esel und Zebra, Ziegen und Schafe sowie Rinder und Büffel sowie die Giraffen ganz gut trennen, alles andere sind dann eben Antilopen!
Und davon gibt es nun wirklich genug - von vielen Hundert (insbesondere die Springböcke im Westen und die Impalas im Osten) bis zu wenigen Einzeltieren.

Die einzige Art, die wir schon gesehen, aber für uns selbst überraschend derzeit nur mit dem Handy fotografiert haben, sind die namibischen Steinböckchen. Von den Sitatunga haben wir bisher genau EIN (schlechtes) Foto, bei fast allen anderen konnten wir möglichst gut erkennbare Fotos auswählen. Hier unsere bisherige 'Ausbeute':

Buschbock (bushbuck)


Dikdik (dikdik) - besser wäre Dünndünn


Elen-Antilope (eland)


Gnu (blue wildebeest)


Schwarzfersen-Antilope (common impala)


Schwarzgesicht-Impala (black-faced impala)



Kudu


Kuh-Antilope (red hartebeest)


Letschwe-Antilope (lechwe)


Leier-Antilope (Tsessebe)


Oryx (gemsbuck)


Pferde-Antilope (roan)


Rappen-Antilope (sable)


Großer Riedbock (mountain reedbuck)


Sitatunga


Steinbock (steenbok)


Springbock (springbok)

Ellipsen-Wasserbock (waterbuck)



Nyala

to be continued ......
(hoffentlich)

Mittwoch, 1. September 2021

20. Tag (01.09.2021) Roy's Restcamp, Grootfontein

Auf zu

Roy's Rest Camp 

Roy's Rest Camp bei Grootfontein haben wir wegen seiner Lage etwa auf halber Strecke an der B8 zwischen Rundu und unserer letzten Station Mount Etjo ausgewählt. Das Gelände des Restcamp gehört zur Rinderfarm Elandsgate. Das Restcamp verfügt über neun individuell gebaute Häuschen und einen angegliederten Campingplatz. 

Direkt nach dem Start haben wir in Rund im Shoprite Supermarkt noch die Vorräte an Obst und Getränken ein bisschen aufgestockt und getankt. Der Ort wirkt sehr geschäftig. Als wir die langen Schlangen an den diversen Geldautomaten und Telefon-Shops sehen, fällt uns auf, dass heut der 1. ist. Da gibt es die Auszahlung der Gehälter bzw. staatlichen Leistungen und alle füllen wieder die Portemonnaies und Telefoneinheiten für den Monat auf. 

Die 200 Kilometer sind  - mit reinem Geocaching-Stop (der einzige in 200 km Umkreis) schnell gefahren. 
Roy's Restcamp strahlt den Charme eines Antiquitätenladens kombiniert mit einem Kuriositätenkabinett, einer Kunsthandwerksaustellung und einer Wohlfühloase aus. Kein Stuhl und keine Bank ist gerade, trotzdem alle bequem, kein Tisch, Dach oder Türgriff wie der andere. Der Wasserzulauf zum kleinen Pool plätschert aus einer Badewanne, der Schrankgriff ist eine verschweißte Fahrradkette, Metallene Müslischalen als Lampenschirme, ein Nähmaschinen Fußpedal als Bettkopfende, eine halbe Oldtimerkarosserie als großer Grill etc. Man entdeckt an jeder Ecke immer wieder Neues. 



 

 

 

Außer uns ist noch eine vierköpfige Hamburger Familie hier zu Gast, die mit einem deutschen Guide seit drei Woche mit dem Dachzelt durch Botswama, Sambia, Simbabwe und Namibia unterwegs sind. DAS ist noch mal eine deutliche Steigerung in Sachen Expedition und Abenteuer gegenüber unserer Art des Urlaubs.

Nachdem wir uns in unserem Domizil eingerichtet und ein bisschen Pause gemacht haben, kehren wir zum 'Haupthaus' zurück und wundern uns über eine plötzlich gut gefüllten Parkplatz. Ein gutes Dutzend große Geländewagen, meist weiße Toyota Hilux wie unserer, aber viele hinten nicht mit einem
geschlossenen Kofferraum, sondern als Pickup mit offener Ladefläche oder sogar mit Geländer für Tiertransporte. In einem Nebenraum haben sich gut 20 Afrikaans sprechende weiße Farmer, die zu einer Weiterbildung zusammengekommen sind. Durchschnittlicher Eindruck: Kräftige, bärtige, braungebrannt, handfeste Kerle, die meisten mit oliv- oder khakifarbenen Hemden, oft kurzen Hosen und groben Boots. Als das Seminar beendet ist, versammeln sich Grüppchen mit einem Bier in der Hand auf der Terrasse oder der Außenbar und warten offensichtlich wie wir auf das Abendessen.
Eigentlich übernehmen die Jungs das dann zumindest teilweise selbst. Während die Küche ein paar Salate und einen Käse-Sahne-Kartoffelauflauf herausstellt, wird ein großer Grill angefeuert (hier grillt man natürlich mit Holz, nicht mit Briketts) und dann von einem riesigen Vorratshaufen mit super leckerer Rindersteaks bestückt.    

Bevor es so weit ist, tauchen trotz der unüblichen Anzahl an Menschen drei sog. Buschbabys aus den dunklen Büschen am Rand Terrasse auf. Buschbabys sind gerade einmal zehn Zentimeter große nachtaktive Äffchen mit riesigen Augen und Schwänzen.Sie werden hier auf einem toten Baum mit einem Stück gezuckerter Banane angelockt. Alle anwesenden Frauen wollen sofort eins mit nach Hause nehmen. Mit ihren riesigen Nachtaugen erfüllen die Buschbabys perfekt das Kindchenschema und auch der Name wird sofort klar.    

Diese Übergangsetappe führte uns nur 200 Kilometer entlang der B8 (Netto-Fahrzeit 2:15 h):








Dienstag, 31. August 2021

19. Tag (31.08.2021) Kaisosi River Lodge, Rundu


Die Kaisosi River Lodge war vor zehn Tagen unser Eingang in den Caprivi-Zipfel. Heute soll sie erneut als Übergangsstation den Ausgang zurück in Richtung namibischem Kernland bilden.

Aber zuerst haben wir in einige Kilometer vor der Lodge das 'Mashi Craft Center' besucht, ein von und für die örtlichen Stämme eingerichtete kleine Markthalle, in dem diverse Kunsthandwerks-Gegenstände angeboten werden. Aufbau, Organisation, Preisauszeichnung und Preisverhandlung gehören wieder ein bisschen in die Kategorie "That is Africa", aber letztlich verlassen wir den Markt mit einigen kleinen Andenken und Geschenken für zu Hause.

Danach heißt es nur noch 400 km geradeaus fahren und 10 km zur Kaisosi-Lodge rumpeln. Wir bekommen die gleichen Zimmer im gleichen Häuschen wie vor zehn Tagen und machen es uns auf dem Balkon mit Flussblick bequem. Es ist ziemlich warm und gleichzeitig windstill, so dass wir über den Schatten dankbar sind.

Abends gibt es mal wieder leckere Steaks auf der Flussterrasse, es sind noch vier andere Gäste da. Mit einigen Nacht-Fotoversuchen und ein paar Runden Doppelkopf beschließen wir den Tag -  wir haben bisher sehr wenig gespielt.

Für die Strecke von 412 Kilometern raus aus dem Caprivi-Zipfel und zurück nach Rundu und zur Kaisosi-Lodge brauchten wir heute ca. 5 Stunden Netto-Fahrzeit:

Montag, 30. August 2021

18. Tag (30.08.2021) Namushasha River Lodge



Der dritte und leider schon wieder letzte Tag in der tollen Namushasha River Lodge startet - wie eigentlich gestern vorgesehen - um 6:50 Uhr mit unserem heutigen Guide Buzz Aldrin (tatsächlich benannt nach dem gleichnamigen zweiten Mann auf dem Mond). Wir fahren mit dem Boot auf die andere Seite des Kwando erneut in den Bwabwata Nationalpark, den wir am ersten Tag hier schon ein bisschen mit dem eigenen Wagen erschaukelt hatten.

Aldrin erweist sich als ein absoluter Glücksfall. Er spricht gut verständliches Englisch und ist super gut gelaunt, so dass uns die insgesamt immerhin 6 Stunden (!) wie im Flug vergehen. Am anderen Ufer angekommen startet der Tag mit einem Frühstück im Gelände direkt am Fluss. Aldrin holt eine Tupperdose nach der anderen mit diversen Frühstücksbestandteilen hervor und produziert sogar selbstgemachte Rühreier zum Frühstück. Letztlich lassen wir die Hälfte aller mitgebrachten Dinge ungenutzt, darunter drei große Gläser Yoghurt und Müsli, ein Glas Obstsalat, diverse aufgeschnittene Früchte, die Hälfte der Brotscheiben, Wurst, Käse etc. Das Ganze hätte auch für eine 10-köpfige Familie gereicht.   

Ein unerwarteter Besucher beim Frühstück war eine Hyäne etwa hundert Meter entfernt. Buzz war ganz begeistert, da diese normalerweise hier nur nachts aktiv sind. Er vermutet, der Geruch unseres Essens hätte sie gereizt.  

Nach dem Frühstücksstopp stehen wir dann einen Kilometer weiter sogar noch eine zweite Hyäne. Heute ist wohl Hyänentag. Oder wieder Elefantentag? Die kommen nämlich als nächstes in zwei Gruppen, einmal vier, einmal über dreißig überwiegend im Busch verdeckt zu beobachten.

Oder Elandtag, oder Zebratag, oder Bushbocktag, oder Leierantilopentag, oder Impalatag, Lechweantilopentag, oder Kudutag, oder Riedbocktag, oder Büffeltag, oder Geiertag, oder Adlertag, oder Eulentag (Giant Eagel Owl) oder Gnutag ...... Zugegeben, von den letzten beiden haben wir jeweils genau 1 Exemplar gesehen, dafür sind die vielen Vögel nicht mit aufgezählt. 

Nun aber zum Tageserlebnis: Gegen 11 stoppt Buzz plötzlich und schaut interessiert aus dem Seitenfenster auf den Boden. Er entdeckt Leopardenabdrücke und daneben einige Schleifspuren, als habe das Tier ein Opfer getragen. 
Rückwärtsgang rein und Fernglas raus. Buzz steht inzwischen auf seinem Fahrersitz und dann macht er die Becker-Faust "Yes, ther it is". Dann erklärt er uns genau, unter welchem Busch er ca. 100 Meter entfernt den Umriss des Leopardenkopfes sieht. Mit Anleitung sehen wir ihn dann auch alle vier. Er bewegt leicht neugierig den Kopf von einer Seite zur anderen. Fotos sind nahezu unmöglich. Trotzdem: ein Leopard !!  Buzz sieht vielleicht alle drei Monate einen, wir schon den zweiten in diesem Urlaub.

Leider ist dann der Versuch, sich der Stelle per Landrover in einem Bogen zu nähern, erfolglos. Als wir den Busch wieder in den Blick bekommen, ist der Leo fort und zeigt sich dann auch nicht wieder. Trotzdem Adrenalin für alle auch ganz ohne Fotobeweis. Hier die Fotobeweise für den 'Rest': 

 
 



 

 

 



 

 




Heute wieder keine Fahrtstrecke und -zeit und darum auch keine Karte. Wir waren 'nur' Passagiere beim Gamedrive im Nationalpark.